JAHRESBERICHT 2020 | 2021

Liebe Kunden, Geschäftsfreunde und Partner, die langanhaltende Niedrigzinsphase, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und die rasant fortschreitende Digitalisierung haben die Veränderungs­ dynamik und den Handlungsdruck in vielen Unter- nehmen der Finanzindustrie nochmals erhöht. Zudem werden die Geschäftsmodelle der Banken durch die anhaltend sehr hohe Regulierungsintensität, die Auswir- kungen des Brexit sowie die neuen Anforderungen an die Nachhaltigkeit auf die Probe gestellt. Nachhaltigkeit boomt – es gibt faktisch keine Politik- oder Wirtschaftsbereiche mehr, in denen der Übergang hin zu einem krisenresistenteren und nachhaltigeren Wirtschaftssystem nicht eine gewichtige Rolle spielt. Die Politik hat auf diesem Gebiet einen weitreichenden Ein- fluss auf Unternehmen sowie auf das Leben der Bürger. Sie hat Initiativen in Gang gesetzt, um das Wirtschafts - leben nachhaltig zu gestalten. Sie hat erkannt, dass die Finanzindustrie maßgeblich zu einer nachhaltigen Transformation beitragen kann und nimmt Banken sowie Investoren zunehmend stärker in die Pflicht. Die Mobilisie - rung der Finanzmärkte für die Zwecke der Finanzierung eines nachhaltigen Transformationsprozesses hat bereits begonnen. In der Kreditwirtschaft gibt es ein klares Bekenntnis zu einem nachhaltigen Wandel. Es ist für die Unternehmen auch keine neue Erkenntnis, dass Wachstum und Profit auf Basis sozial-ethischer Prinzipien sehr wohl möglich sind. Überdies lassen sich mit nachhaltigen Finanzpro- dukten und Dienstleistungen neue Kunden und Markt- segmente erschließen. Wir befinden uns bereits inmitten eines Paradigmenwechsels. Der Weg in Richtung einer nachhaltigen Finanzwirtschaft ist unumkehrbar. Für die betroffenen Unternehmen ist dieser Prozess aber auch mit Schmerzen und großen Anstrengungen verbunden, denn es existiert schon jetzt eine Vielzahl regulatorischer Verpflichtungen. Naturgemäß hält sich die Begeisterung für neue regulatorische Großprojekte in Grenzen, denn deren Umsetzung kostet viel Geld und erfordert Personal und Ressourcen. Die Kreditwirtschaft gehört weltweit zu den Branchen mit der höchsten Regulierungsintensität. Dennoch stellen sich heute viele Institute auf eine neue Normalität ein, denn die Anforderungen sind gewaltig. In Sachen Nachhaltigkeit will die EU weltweit eine Führungsrolle einnehmen. Ende 2019 wurde daher der EU Green Deal beschlossen, ein Rahmenkonzept, mit dem die EU-Wirtschaft bis 2050 klimaneutral werden soll. Zur Finanzierung der Umstel- lung sind bis 2030 über 1.000 Mrd. € eingeplant, die aus EU-Mitteln kommen sowie durch Garantien im Rahmen des Programms InvestEU mobilisiert werden. Herzstück der EU-weiten Sustainable Finance-Regulierung ist die so- genannte Taxonomie, ein Klassifizierungssystem, in dem die EU-Kommission technisch detailliert und verbindlich festlegen will, welche Tätigkeiten als nachhaltig gelten dürfen. Der Umsetzungsaufwand für die betroffenen Un - ternehmen ist groß und wird durch den Einsatz moderner Technologie unterstützt werden müssen. Dabei gilt es zugleich, die parallelen Strömungen nicht außer Acht zu lassen und auf Marktveränderungen schnell zu reagieren. Der technologische Wandel ist dabei sicher ein zentraler Treiber. Erkennbar sind überdies fundamen- tale Änderungen im Kundenverhalten, neue Technologien und neue Wettbewerber, aber auch ganz neue Digital- kompetenz-Anforderungen an Bankmitarbeiterinnen und Bankmitarbeiter sowie neue Arbeitsmethoden. Hierbei möchte die VÖB-Service GmbH ihre Kunden und Partner mit aller Energie, Tat- und Innovationskraft unterstützen. Das ist unsere Aufgabe für die nun kommenden Monate. Mit herzlichen Grüßen Ihr Stephan Henkel VORWORT der Geschäftsführung 5 VÖB- Service

RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=